Cochise
(A-da-tli-chi; "hardwood")
Häuptling der Chiricahua-Apache
* um1812/15; † 8.6.1874
 
                                              
 
 
 
Cochise wurde im südöstlichen Arizona geboren. Seine Herkunft, insbesondere väterlicherseits, ist unsicher, doch scheint sein Vater ein Häuptling gewesen zu sein, der 1846 im Kampf gegen Mexikaner fiel. Cochise folgte dann im Häuptlingsrang nach. Das Häuptlingstum wurde bei den Apache nicht zwangsläufig vererbt, doch hatte der in Frage kommende Sohn des Häuptlings gute Chancen bei Eignung nachzufolgen.
Seine erste dokumentarische Erwähnung dürfte im Mai 1832 erfolgt sein, als er sich noch als junger Mann an einem Raubzug gegen Mexikaner im Gebiet des Gila River beteiligte. 1836 signierte er bei Arizpe, Sonora, einen Friedensvertrag und lebte in den folgenden Jahren anscheinend nördlich von Janos, Chihuahua.
Damals heiratete er Dos-teh-seh, die Tochter des Mimbreño-Apache-Häuptlings ’Mangas Colo­radas.
Sie war die Mutter seiner beiden Söhne ’Taza (* um 1842) und ’Naiche (* um 1856). Mit einer anderen Frau hatte er in den 1850er Jahren noch zwei Töchter.
Gegenüber den ersten US-Amerikanern zeigte sich Cochise freundlich, und die US-amerikanischen Militärs bescheinigten ihm eine hohe Intelligenz, Freundlichkeit und ein gutes Durchsetzungs­vermögen bei seinen Leuten. Er wird als groß (etwa 1,75 m) und kräftig beschrieben, mit einem sauberen und ordentlichen äußeren Erscheinungsbild. 1855 erlaubte er den US-Amerikanern, auf dem Weg nach California das Territorium der Chiricahua zu passieren.
Die Situation änderte sich plötzlich, als Cochise 1861 beim friedlichen Besuch in einem Lager der US-Kavallerie festgenommen und der Entführung eines Kindes (später bekannt als Mickey ’Free) angeklagt wurde. Cochise, dem der Sachverhalt offenbar unbekannt war, stritt die Schuld ab und konnte aus der Gefangenschaft fliehen. Lieut. George N. Bascom hatte jedoch noch mehrere Apache-Krieger, darunter einen Bruder und zwei Neffen Cochises bei dem Gespräch festgenommen und drohte deren Hinrichtung an. Als Cochise mehrere US-amerikanische Zivilisten gefangen nahm und einen Gefangenenaustausch vorschlug, lehnte Bascom ab und es erfolgte ein beidseitiges Hinrichten der Gefangenen. Cochises Frau und sein kleiner Sohn Naiche, die sich ebenfalls unter den Gefangenen Bascoms befanden, wurden von den US-Amerikanern freigelassen.
Seitens Cochises begann nun ein mehrjähriger blutiger Krieg gegen die US-Amerikaner, zunächst noch gemeinsam mit Mangas Coloradas. Nach dem Tod von Mangas Coloradas verstand er es wie kein anderer, die Krieger der Chiricahua und anderer westlicher Apache zu vereinen und für den Kampf gegen die US-Amerikaner zu motivieren.
Schließlich war er wohl des Krieges müde und verhandelte im August und Oktober 1870, zunächst ergebnislos, mit Vertretern der Armee.
1871 bot ihm Gen. George Crook für den Fall der Kapitulation eine Reservation bei Ft. Tularosa, New Mexico, an und lud ihn nach Washington zu Gesprächen ein, doch Cochise hatte wohl kein Vertrauen zu den US-Amerikanern, die schon seinen Schwiegervater hinterhältig ermordet hatten. Auch war ihm die angebotene Reservation zu unfruchtbar, so dass Crook keinen Erfolg hatte.
Im Herbst 1872 schickte Gen. Oliver O. Howard einen gewissen Thomas J. Jeffords zu Cochise, den einzigen weißen Amerikaner, mit dem Cochise seit etwa 1867 freundschaftlich verbunden war. Jeffords, Scout und Posttransport-Unternehmer, sollte Cochise eine Reservation am Apache Pass, zentral im Heimatland der Chiricahua-Apache gelegen, anbieten.
Cochise stimmte nach einigen Tagen Bedenkzeit dem Angebot zu, schloss Frieden und bezog mit 200 Kriegern und ihren Familien die Reservation.
Er lebte friedlich in der Reservation, bis er 1874 an einem inneren Leiden, wahrscheinlich Krebs, erkrankte, schwächer wurde und am 8.6.1874 unter Schmerzen starb. Er wurde an unbekannter Stelle in der zerklüfteten Felsenlandschaft am Apache Pass beigesetzt.
Sein ältester Sohn Taza folgte ihm als Häuptling nach.
                                                  
 
TAZA
Chiricahua-Apachen
? - 1876
Cochises ältester Sohn wurde nach dem Tod 
seines Vaters 1874 Häuptling. Unter seiner 
Führung willigten die Chiricahua ein, ihre 
Heimat am Apache Pass aufzugeben und zu 
der neu eingerichteten Agentur in San Carlos 
zu gehen. Viele weigerten sich allerdings, ihr 
Land zu verlassen; Taza jedoch erlebte den 
heftigen Widerstand seines Volkes nicht 
mehr. Er starb 1876 an einer 
Lungenentzündung, als er sich zu einer 
diplomatischen Mission in Washington, D.C., 
aufhielt. Seine Nachfolge als Häuptling trat 
sein Bruder Naiche an. 
 
                      
 
                                                  
 
Chiricahua-Apachen
? - 1921 
Nach dem Tod seines Vaters Cochise und seines älteren Bruders Taza wurde er Erb-Häuptling der Chiricahua. Zusammen mit Geronimo führte er den Widerstand gegen die Regierung an, die die Indianer zwingen wollte, in San Carlos zu leben. 1886 gaben er und Geronimo schließlich auf und wurden in Fort Marion, Florida, gefangen gehalten, bis die Chiricahua 1894 in das Indian Territorium umsiedeln durften. 1913 kehrte er in seine Heimat Arizona zurück, wo er acht Jahre später starb.