Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
 
Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg zwischen Mexiko und USA fand zwischen 1846 und 1848 statt und wurde maßgeblich vom amerikanischen Präsidenten James K. Polk vorangetrieben. Der anschließende Friedensvertrag führte zu einem großen Gebiets zuwachs für die Vereinigten Staaten und dehnte ihr Territorium bis zum Pazifischen Ozean aus. Der Streit darüber, ob in diesen Gebieten Sklaverei erlaubt sein sollte, spaltete die Politiker auf US-amerikanischer Seite.
 
                 
                                                    Karte des umstrittenen Gebietes.
                                                                 Die heutigen Grenzen der
                                                                 US-Staaten sind in weiß gehalten
 
 
 
Vorgeschichte:
 
Die US-Regierung hatte seit 1835 versucht, Kalifornien käuflich zu erwerben, ein Ansinnen, das mehrmals von Mexiko abgelehnt wurde und die Beziehungen der beiden Staaten schwer belastete. Unter den Präsidenten John Quincy Adams und Andrew Jackson versuchten die USA zweimal vergeblich, den Mexikanern Texas abzukaufen. Im Jahre 1836 erklärten die mehr als 35.000 in Texas lebenden Amerikaner ihre Unabhängigkeit von Mexiko und riefen die Republik Texas aus. Die mexikanische Regierung reagierte mit Gewalt und versuchte, diesen Aufstand zu unterdrücken. Doch der Einsatz der Armee schlug fehl und Texas gewann seine Unabhängigkeit. Die südliche und westliche texanische Grenze zu Mexiko war zu dieser Zeit allerdings umstritten.
 
 
             
Präsidenten John Quincy Adams                                                Andrew Jackson 
 
 
 
                                                                                    
 
Am 19. Oktober 1842 hatte Kommodore Thomas ap Catesby Jones – im Glauben, ein Krieg mit Mexiko sei ausgebrochen – das kalifornische
Monterey besetzt, zog sich aber am 20. Oktober nach anders lautenden Nachrichten zurück.
                                                                
James K. Polk bestritt als Kandidat der Demokratischen Partei 1844 den Wahlkampf und wurde mit seinen Aussagen zu einer groß angelegten Expansionspolitik zum Präsidenten gewählt. Sofort nach der Präsidentenwahl betrieb er den Anschluss von Texas an die USA.
                                                                   
Mit der Annexion von Texas am 19. Februar 1845 ging der Anspruch, der Rio Grande stelle sowohl die südliche, als auch die westliche Grenze dar, auf die Vereinigten Staaten über. Dieser Anspruch war jedoch keinesfalls gesichert. Unter mexikanischer Verwaltung war die Grenze zwischen den Staaten Texas und Coahuila der Nueces River gewesen und Mexikos Standpunkt war, dass trotz der Unabhängigkeit Texas dieser weiterhin die Grenze bildete. Auch in den Vereinigten Staaten war die Forderung nach dem Rio Grande als Grenze umstritten. Selbst Außenminister James Buchanan fand den Anspruch zweifelhaft.
 
 
                                                                                       
Für Mexiko war diese Grenzziehung nicht annehmbar, hätte sie doch lange bestehende mexikanische Siedlungen in und um Santa Fe unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten gebracht. Darüber hinaus wäre die größte Stadt der Gegend, Matamoros, zur Grenzstadt geworden.
 
                                                                                     
 
Auf mexikanischer Seite war General Antonio López de Santa Anna 1844 als Präsident abgesetzt und ins Exil geschickt worden. General José Joaquín de Herrera übernahm die Regierungsgeschäfte. Nach der Annexion Texas´ im Februar 1845 war die öffentliche Meinung auf beiden Seiten des politischen Spektrums aufgebracht. Herrera befand, dass die militärische und finanzielle Ausgangslage hoffnungslos und Beistand aus Europa nicht zu erwarten war und versuchte, zu einer Einigung mit den Vereinigten Staaten zu gelangen. In der patriotisch aufgeheizten Stimmung wurde dieser Versuch als Verrat und Feigheit gewertet. Der General Mariano Paredes stürzte Herrera und übernahm im Januar 1846 die Präsidentschaft. Paredes hegte Pläne, die Verfassung von 1843 zu ändern und die Monarchie einzuführen. Ein König an der Spitze hätte unter Umständen Schutz durch die europäischen Monarchien gegen die Expansionswünsche der Vereinigten Staaten geboten. Der Plan wurde jedoch durch den baldigen Ausbruch des Krieges zunichte gemacht.
 
                                                                                     
 
 
Kriegsbeginn:
 
 
 
Trotz des heimischen und mexikanischen Widerstandes bestand Präsident Polk auf diesen Forderungen und befahl General Zachary Taylor, seine Armee in die Nähe des Rio Grande zu verlegen. Taylor bezog knapp südlich des Nueces River, weit nördlich des Rio Grande, ein Lager. Die Verlegung US-amerikanischer Truppen auf von Mexiko beanspruchtes Gebiet südlich des Nueces River stellte eine Provokation dar; die mexikanische Regierung unternahm jedoch keine Gegenmaßnahmen außer der Entsendung von Soldaten zum Rio Grande, unter der Auflage, südlich des Flusses zu bleiben. Polk forderte Taylor wiederholt auf, näher an den Rio Grande heranzurücken, zuletzt am 13. Januar 1846. Taylor verzögerte allerdings den Abmarsch und erreichte den Rio Grande erst am 28. März 1846. General Pedro de Ampudia verlangte, dass Taylor sich auf den Nueces River zurückziehen sollte. Taylor lehnte ab und begann, gegenüber von Matamoros ein Fort zu errichten und den Rio Grande abzuriegeln. Als Mexiko nicht sofort reagierte, entschloss sich Polk, den Kongress um eine Kriegserklärung gegen Mexiko zu bitten. Bevor dies geschah, erreichte Polk die Nachricht, mexikanische Truppen hätten am 25. April 1846 den Rio Grande überquert und zwei Dragonerkompanien mit 500 Kavalleristen unter Captain Seth B. Thornton überfallen und geschlagen. Bei diesem Gefecht verloren die US-Amerikaner 63 Soldaten. Polk trat nun vor den Kongress und argumentierte, eine Kriegserklärung sei nicht nötig, es reiche festzustellen, dass durch Mexikos Handlung der Kriegszustand bestehe. Um Widerstand seitens des Kongresses gegen seine Politik zu verhindern, verband Polk den Entscheid über die Konstatierung des Kriegszustandes mit einem Gesetz zur Bewilligung von Geldern für Taylors Armee. Wer gegen den Krieg war, musste so auch gegen die Unterstützung der eigenen Truppen stimmen. Polk sorgte auch dafür, dass die Beratungen über das Gesetz in zwei Stunden abgeschlossen sein mussten. Ein Großteil dieser Zeit wurde mit dem Verlesen einer Nachricht des Präsidenten verbracht, erst ganz am Ende wurde die Erklärung des Kriegszustandes eingebracht. Eine Debatte war so verhindert worden. Nur 14 von 190 Kongressabgeordneten versagten ihre Zustimmung. Gegen die gemeinsame Abstimmung über die Finanzierung von Taylors Armee und Erklärung des Kriegszustandes hatten noch 67 Abgeordnete gestimmt. Der Senat stimmte mit 40 zu 2 Stimmen für die Annahme und so unterzeichnete Präsident Polk am 13. Mai 1846 das Gesetz.
                                                                     
 
                                                                     
 
 
Mexiko konnte sich, wegen der angespannten Lage zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien auf Grund der Oregonfrage, Hoffnungen auf einen Krieg zwischen den beiden Mächten machen. Präsident Polk schloss aber bald einen Kompromiss und die Grenzstreitigkeit konnte friedlich beigelegt werde. Der Frieden mit den Briten im Norden ließ Präsident Polk im Süden und Westen freie Hand für einen Eroberungskrieg gegen die mexikanischen Provinzen Alta California und Nuevo Mexico.
 
                                                                        
Kriegsverlauf:
 
Nach der Eröffnung von Feindseligkeiten traf General Taylor am 8. Mai 1846 bei der Schlacht von Palo Alto mit seinen 2.300 Mann auf 4.000 Mexikaner unter General Mariano Arista. Die Mexikaner unterlagen und zogen sich, von Taylor verfolgt, zurück. Bereits am folgenden Tag kam es zur Schlacht von Resaca de la Palma. Die Mexikaner wurden wiederum geschlagen und zogen sich ungeordnet über den Rio Grande zurück. Hätte Taylor nachgesetzt, wäre es ihm vielleicht gelungen, Aristas demoralisierte Armee gefangen zu nehmen. Taylor hatte aber keine Vorbereitungen für eine Flussüberquerung getroffen und so entkamen die mexikanischen Einheiten.
                         
   General Mariano Arista                                                                                                                                                                                                    
Inzwischen hatte der Kongress die Existenz des Kriegszustandes zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten festgestellt. Die Stärke der US-Armee wurde von 8.500 Mann auf 15.540 angehoben und der Präsident erhielt das Recht, 50.000 Freiwillige zu verpflichten. Polk und General Winfield Scott, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, vereinbarten drei Stoßrichtungen in mexikanisches Gebiet. General Taylor sollte über Matamoros auf Monterrey vorrücken. Brigadegeneral John E. Wool von San Antonio auf Chihuahua vorstoßen, wurde aber später von Parras nach Saltillo umgelenkt. Oberst Stephen W. Kearny sollte von Fort Leavenworth über Santa Fe das kalifornische San Diego besetzen. Später kam ein weiterer Vorstoß unter dem Befehl Oberst Alexander Doniphans hinzu, der über Chihuahua nach Parras marschieren sollte. Erst später wurde auch eine Landung bei Veracruz geplant.
                                                                     
 
                                                                                           
Die schweren militärischen Niederlagen, die Besetzung von Teilen Nord-Mexikos und seine Sympathien für eine Monarchie führten zu einem Umschwung der Öffentlichen Meinung gegen Präsident Paredes. Der liberale Föderalist Valentín Gómez Farías, der mehrmals kurzzeitig das Präsidentenamt versehen hatte verabredete mit dem sich im kubanischen Exil befindlichen Ex-Präsidenten Santa Anna Paredes abzulösen. General José Mariano Salas zog im August 1846, gestützt auf Armeeeinheiten, in Mexiko-Stadt ein und stellte die Verfassung von 1824 wieder her. Santa Anna wurde, gegen das Versprechen bei der Frage der Gebietsabtretungen Kompromissbereitschaft zu zeigen, von den US-Amerikanern durch die Blockade gelassen und wurde im Dezember 1846 vom mexikanischen Kongress zum Präsidenten ernannt. Gómez Faría wurde Vizepräsident. Die Vereinigten Staaten erhofften sich von einer Heimkehr Santa Annas wohl die Ablösung des antiamerikanischen Paredes und einen günstigen Friedensvertrag, oder eine Destabilisierung der Lage in Mexiko. Santa Anna übernahm den Befehl über die im Feld stehende Armee, während Gómez Faría Kirchenbesitz im Wert von 15 Millionen Pesos verstaatlichte, um dringend für den Krieg benötigte Gelder aufzubringen. Die Kirche protestierte und Ende Februar 1847 kam es zu einer Militärrevolte in der Hauptstadt. Santa Anna kehrte am 21. März nach Mexiko zurück, setzte Gómez Faría ab und machte die Verstaatlichung gegen eine Garantie der Kirche über einen Kredit von 1,5 Millionen Pesos rückgängig. Während dieser Vorgänge fand Scotts Landung bei Veracruz statt.